Onlinevideo: Gesamtreichweite stagniert, aber Streamingdienste punkten mit Fiction bei Jüngeren

Zusammenfassung des Artikels

von Thomas Kupferschmitt

Die Ergebnisse der ARD/ZDF-Onlinestudie 2017 zeigen, dass die Reichweite von Onlinevideo insgesamt stagniert. Viele Nutzungswege, namentlich Videoportale wie YouTube, Mediatheken der Fernsehsender, aber auch Facebook können ihre Bedeutung gegenüber dem Vorjahr nicht weiter steigern. Trotzdem werden Fernsehsendungen im Netz beliebter, und vor allem die Reichweite der kostenpflichtigen Videostreamingdienste steigt deutlich an. Die 14- bis 29-Jährigen bleiben die Altersgruppe, die so gut wie alle Bewegtbildangebote im Netz am häufigsten nutzt.

72 Prozent der Bevölkerung nutzen mindestens selten ein Bewegtbildangebot im Netz, das entspricht exakt dem Anteil, der auch 2016 erhoben wurde. Damit ist ein langjähriges Wachstum erstmals -- nach einem deutlichen Anstieg in beiden Vorjahren -- zum Stillstand gekommen. Die Anteile der Bevölkerung, die häufiger Bewegtbild nutzen, sind sogar leicht gesunken: mindestens wöchentliche Nutzer um 3 Prozentpunkte auf 53 Prozent, tägliche Nutzer um 2 Prozentpunkte auf 24 Prozent.

Videoportale wie YouTube bleiben mit 57 Prozent mindestens seltener Nutzung und 10 Prozent täglicher Nutzung zwar der meistverbreitete Plattformtyp, müssen aber in beiden Nutzungsfrequenzen ein leichtes Minus von 2 Prozentpunkten hinnehmen. Zuwächse verzeichnet hingegen die Reichweite von Fernsehsendungen (Nettowert aus live und zeitversetzt), der nun bei 52 Prozent mindestens seltener Nutzung (+10 %-Punkte) und 5 Prozent täglicher Nutzung (+2 %-Punkte) liegt. Stark zulegen können die Videostreamingdienste wie Netflix, Amazon Prime oder Maxdome, deren Reichweite auf Basis mindestens seltener Nutzung nun bei 38 Prozent liegt -- ein Wachstum um 20 Prozentpunkte innerhalb eines Jahres. Allerdings nutzen nur 6 Prozent der Befragten die Angebotetäglich (+2 %-Punkte).

In den beiden jüngsten Altersgruppen (14-29 Jahre, 30-49 Jahre) nutzen über 90 Prozent zumindest selten bewegte Bilder im Netz. Bei den 50- bis 69-Jährigen kommt Bewegtbild immerhin noch auf eine Reichweite von 63 Prozent, während unter den ab 70-Jährigen nicht einmal ein Drittel Kontakt mit Videoinhalten hat.

Unter den Mediatheken liegen diejenigen von ARD und ZDF mit jeweils etwa 20 Prozent monatlicher und etwa 10 Prozent wöchentlicher Reichweite vorn. Die Onlineangebote der Privatsender RTL, Sat.1 und ProSieben kommen auf deutlich geringere Reichweiten und platzieren sich damit auch hinter den zusammengefassten Mediatheken der dritten Programme der ARD.

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