Zuwachs bei medialer Internetnutzung und Kommunikation

Zusammenfassung des Artikels

von Wolfgang Koch und Beate Frees

Im zweiten Jahr nach der Neukonzeption der ARD/ZDF-Onlinestudie unter dem Dach der Studienreihe „Medien und ihr Publikum“ kann sie auch 2018 die dynamische Entwicklung der Internetnutzung in Deutschland in vielen Facetten abbilden. So stieg der Anteil der zumindest gelegentlichen Internetnutzer erstmals auf über 90 Prozent, täglich sind etwa drei Viertel der Bevölkerung online unterwegs. Nur noch 6,8 Millionen Deutsche nutzen das Internet überhaupt nicht, vornehmlich Ältere und Frauen.

Nicht nur die Reichweite, auch der Umfang der Internetnutzung hat zugenommen: Die durchschnittliche Nutzungsdauer liegt inzwischen bei 196 Minuten pro Tag. Teilweise ist dies auf methodische Verbesserungen im Bereich der Erfassung der digitalen Textnutzung zurückzuführen, spiegelt aber auch reale Entwicklungen, etwa bei den Streamingdiensten im Audio- und Videobereich, wider. Anbieter wie Spotify, Netflix und Amazon Prime legten deutlich zu, aber auch die Mediatheken der Fernsehsender haben weiterhin Konjunktur.

Auffällig ist die gestiegene mediale Internetnutzung der 30- bis 49-Jährigen, die bislang Medien im Internet zurückhaltender als die Jüngeren gegenüberstanden. Die Unterwegsnutzung steigt ebenso und bleibt ein starker Treiber der Entwicklung: Wer das Internet auch unterwegs nutzt, kommt auf deutlich höhere Gesamtnutzungswerte als diejenigen, die ausschließlich zu Hause oder am Arbeitsplatz online gehen. Dabei belegt das Smartphone seine herausragende Bedeutung für die Internetnutzung insgesamt. Die Verbreitung von Sprachassistenten, wurde erstmals erhoben. Ein Drittel der Bevölkerung hat die Steuerung mit der eigenen Stimme zumindest schon einmal ausprobiert.

Damit stellt sich die Internetnutzung sehr vielfältig und komplex dar, und die Anzahl der Nutzungsoptionen steigt weiter. Zugleich bewahren klassische Geräte und die lineare Mediennutzung von TV und Stream eine sehr wichtige Stellung, trotz zunehmender On-Demand-Orientierung, vor allem bei Jüngeren.

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