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28. Mai 2016

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ARD/ZDF-Onlinestudie 2015

Auf dieser Seiten finden Sie einen Überblick über die ARD/ZDF-Onlinestudie 2015. Die ausführlichen Artikel finden Sie hier.


Florian Tippelt / Thomas Kupferschmitt
Social Web: Ausdifferenzierung der Nutzung - Potenziale für Medienanbieter

Ergebnisse der ARD/ZDF-Onlinestudie 2015

Vor dem Hintergrund laufender Debatten in der Öffentlichkeit über Datenschutz, Meinungsfreiheit und diskriminierende (z. B. fremdenfeindliche) Äußerungen in sozialen Medien, insbesondere Facebook, hat die aktuelle ARD/ZDF-Onlinestudie erhoben, wie sich die Nutzung sozialer Medien entwickelt hat. Speziell wurde auch der Frage nachgegangen, wie die Angebote der Rundfunksender in den sozialen Medien von den Nutzern angenommen werden und wo gegebenenfalls Potenziale für eine stärkere Nutzung dieser Angebote erkennbar sind. 

Die Nutzung von sozialen Medien ist 2015 ein weiteres Jahr in Folge nicht angestiegen. Die wahrscheinlichste Ursache hierfür ist, dass private Kommunikation verstärkt ins Instant Messaging – namentlich WhatsApp – abwandert. In der jungen Zielgruppe steigen vor allem die Nutzerzahlen der Fotocommunity Instagram, womit sie sich in dieser Altersgruppe als zweitgrößtes Netzwerk hinter Facebook positioniert. 43 Prozent aller Onliner (24 Millionen Menschen) nutzen zumindest selten Online- Communitys wie Facebook. Fotocommunitys erreichen insgesamt 15 Prozent (8 Millionen) aller Onliner, Twitter kommt auf eine Reichweite von 7 Prozent (4 Millionen). Den größten Nutzerkreis können Instant-Messaging-Dienste wie WhatsApp versammeln: 59 Prozent aller Onliner (33 Millionen) verwenden diese zumindest gelegentlich. 

Bei der Nachrichtennutzung über soziale Medien sind Apps wichtiger geworden. Medienanbieter können diesen Umstand nutzen, ihre Rezipienten auch auf diesen Wegen zu erreichen. Beliebt ist die Nachrichtennutzung über Onlinecommunitys vor allem bei den unter 30-Jährigen: Gut jeder fünfte Onliner zwischen 14 und 29 Jahren informiert sich mindestens einmal wöchentlich auf diese Weise über das aktuelle Geschehen, 14 Prozent tun dies täglich. 

Jeder zehnte Onliner nutzt 2015 zumindest gelegentlich die Zusatzangebote der Fernseh- und Radiosender auf Facebook, die Twitterangebote der Sender werden von 3 Prozent der Onliner zumindest gelegentlich genutzt. Das Chat- oder Diskussionsangebot der Sender zu Fernsehsendungen ist vielen Fernsehzuschauern bekannt, dennoch beteiligen sich vergleichsweise wenige aktiv. Die habitualisierte Nutzung von Social-Media-Angeboten der Rundfunksender steht noch am Anfang. So greifen aktuell 5 Prozent der Internetnutzer mindestens einmal wöchentlich auf Facebookangebote der Fernseh- und Radiosender zu.

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Beate Frees/Wolfgang Koch
Internetnutzung: Frequenz und Vielfalt nehmen in allen Altersgruppen zu
Ergebnisse der ARD/ZDF-Onlinestudie 2015

Die seit 1997 jährlich durchgeführte ARD/ZDF- Onlinestudie registriert für das zurückliegende Jahr eine vergleichsweise geringe Zunahme der Zahl der Internetnutzer in Deutschland. Die Internetverbreitung bleibt 2015 mit 79,5 Prozent der ab14-jährigen, deutschsprachigen Personen nahezu stabil. Es sind seit der Vorjahresstudie nur rund 0,5 Millionen neue Internetnutzer hinzugekommen (insgesamt 56,1 Millionen zumindest gelegentliche Onliner). Da die 14- bis 49-Jährigen fast vollständig online sind, geht das Wachstum in diesem Jahr vor allem von den Älteren aus.

Zugenommen hat die Nutzungsintensität. 63 Prozent der Bevölkerung gehen inzwischen täglich ins Netz, dies sind 3,5 Millionen Personen (+8,5 %) mehr als 2014. In der Altersgruppe der ab 70-Jährigen gab es einen Zuwachs von 0,8 Millionen täglichen Internetnutzern (+44,0 %). Wie im Vorjahr ist der Zuwachs in der täglichen Internetnutzung bei den Frauen (+2,1 Millionen oder 6,0 %-Punkte) gegenüber dem Zuwachs bei den Männern (+1,2 Millionen oder 3,4 %-Punkte) überproportional.

Vor allem Anwender mit mobilem Zugang nutzendas Internet besonders intensiv. Während der Durchschnittsonliner rund 108 Minuten täglich im Netz unterwegs ist, sind es bei den Onlinern mit mobilem Zugang 158 Minuten. Der demografische Wandel macht sich auch bei der Internetnutzung bemerkbar. In Zukunft wird es die Generation ab 60 Jahren sein, die das Nutzungsverhalten insgesamt mit prägen wird. Der Umgang der Älteren mit dem Netz ist pragmatisch und bei funktionalen Anwendungen wie Onlineshopping, nach Produkten stöbern oder Onlinebanking durchaus aktiv.

In der aktuellen ARD/ZDF-Onlinestudie wurde die Internetnutzung auch nach Tätigkeitsfeldern differenziert. Die meiste Nutzungszeit entfällt demnach auf Kommunikation (soziale Netzwerke, Messagingdienste, E-Mail). Es folgen die Informationssuche im Netz sowie die Nutzung von Medieninhalten wie Videos und Fernsehsendungen schauen, Radio, Audios oder Musik hören bzw. Nachrichten im Internetlesen. Besonders ausgeprägt ist die Mediennutzungim Internet bei 14- bis 29-Jährigen. Die ab 60-Jährigen verwenden die zweitmeiste Zeit mit der Informationssuche und Recherche. Insgesamt belegt die Breite der Tätigkeiten und Anwendungen die Multifunktionalität des Internets, das sich zu einer Universalplattform für fast alle Alltagsbereiche entwickelt hat.

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Wolfgang Koch/Beate Frees
Unterwegsnutzung des Internets wächst bei geringerer Intensität
Ergebnisse der ARD/ZDF-Onlinestudie 2015

Die mobile Internetnutzung wurde in den vergangenen Jahren von einer wachsenden Vielfalt immer leistungsfähigerer Endgeräte und einem steigenden Angebot speziell für die mobile Nutzung optimierter Anwendungen befördert. Im Jahr 2015 nutzen 55 Prozent der Onliner in Deutschland unterwegs das Internet „zumindest selten“ –5 Prozentpunkte mehr als im Jahr zuvor. In absoluten Zahlen entspricht dies 30,7 Millionen Menschen in Deutschland, die 2015 zumindest selten unterwegs das Internet nutzen. Der Anteil an der Gesamtbevölkerung liegt nun bei 43 Prozent. Für gut jeden vierten Internetnutzer ist das mobile Internet (so gut wie) unverzichtbar: 2015 stimmen 15 Prozent der Onliner dieser Aussage voll und ganz zu, weitere 12 Prozent weitgehend, zusammengenommen 27 Prozent. Im Jahr 2010 waren es noch 7 Prozent.

Die mobile Internetnutzung durchläuft ähnliche Phasen wie die Internetnutzung im Allgemeinen: Nachdem in einer ersten Phase die Early Adopter sehr schnell und intensiv neue Möglichkeiten erkunden und in ihren Alltag integrieren, verläuft die Habitualisierung beim Durchdringen breiter Bevölkerungsschichten deutlich langsamer und zurückhaltender. Die erste Phase der Intensivierung der Unterwegsnutzung ist den aktuellen Zahlen der ARD/ZDF-Onlinestudie zufolge vorbei. Zurzeit steigt am ehesten die monatliche oder die seltenere Nutzung,aber nicht die tägliche oder wöchentliche. Im Jahr 2015 sind es gerade die 40- bis 49-Jährigen, die zunehmend das Internet unterwegs nutzen, aber noch nicht ständig und überall.

Unterwegs werden hauptsächlich Informationen gesucht, E-Mails bearbeitet, Communitys, Suchmaschinen und Wetterdienste genutzt. Die Nutzungsdauer bestätigt dabei das Bild der zurückgehenden Intensität der mobilen Internetnutzung bei gleichzeitig steigenden Nutzerzahlen: 2015 liegt die Gesamtverweildauer bei denjenigen, die auch mobil das Internet nutzen, bei 176 Minuten, dies sind fast 20 Minuten weniger als im Vorjahr. Die 2015 neu hinzugekommenen mobilen Zielgruppen nutzen das Internet unterwegs eher dosiert und zielgerichtet.

Stabil geblieben ist die durchschnittliche Zahl der Tage pro Woche, an denen das Internet genutzt wird: Die mobilen Internetnutzer kommen auf überdurchschnittliche 6,3 Tage. Die ausschließlich stationären Nutzer kommen auf 5,1 Tage, diese Gruppe ist also im Mittel an zwei Tagen pro Woche nicht online.

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Thomas Kupferschmitt
Bewegtbildnutzung nimmt weiter zu – Habitualisierung bei 14- bis 29-Jährigen
Ergebnisse der ARD/ZDF-Onlinestudie 2015

Nach den Ergebnissen der ARD/ZDF-Onlinestudie 2015 nutzen 20 Prozent der deutschsprachigen Bevölkerung ab 14 Jahren täglich Videos im Internet, knapp zwei Drittel tun es zumindest selten. Betrachtet man nur die Onliner, also diejenigen, die zumindest selten ins Internet gehen, zeigt sich gegenüber dem Vorjahr ein Anstieg der Bewegtbildnutzung. Dabei stagniert die Nutzung von Videoportalen wie YouTube, mehr als ein Drittel der Onliner hat nach wie vor nie Kontakt mit Videoportalen. Hingegen können die Angebote der Fernsehsender ihren Nutzerkreis erweitern. 37 Prozent der Onliner geben an, zumindest gelegentlich Fernsehsendungen zeitversetzt anzusehen, 36 Prozent nutzen Mediatheken der Fernsehsender, 30 Prozent der Onliner sehen zuweilen auch live im Internet fern. Der zumindest gelegentliche Nutzerkreis von Video-Streamingdiensten wie Netflix, Watchever oder Maxdome vergrößerte sich auf 15 Prozent, den gleichen Wert erzielen Videopodcasts.

Allerdings ist die Nutzung von Videos im Internet noch nicht so stark habitualisiert wie die Fernsehnutzung. 26 Prozent der Onliner nutzen eine der vielen Formen von Bewegtbild im Internet täglich (Nettowert), darunter 14 Prozent auf Videoportalen wie YouTube. Alle weiteren Angebote werden im unteren einstelligen Prozentbereich täglich genutzt – ein Hinweis darauf, dass die meisten Onliner Videos im Netz vor allem als Ergänzung zum klassischen Fernsehen ansehen, aber hiermit keine tägliche Nutzungsroutine verbinden. Eine Tendenz zur habitualisierten Nutzung zeichnet sich allein bei den jungen Onlinern von 14 bis 29 Jahren ab: Mehr als die Hälfte von ihnen sieht täglich Bewegtbild im Netz.

Streamingboxen und Streamingsticks (z. B. Apple TV, Amazon Fire TV, Google Chromecast) haben bislang noch keinen Durchbruch geschafft: Nur 5 Prozent der Onliner nutzen derzeit ein solches Gerät zumindest selten. Dagegen verwenden 21 Prozent der Onliner ihren Fernseher gelegentlich für den Zugang zum Internet.

Insgesamt 55 Prozent der Onliner nutzen zumindest selten Fernsehen und Internet parallel (+4 %-Punkte im Vergleich zu 2014). Dabei zeigt sich, dass auch bei den häufigeren Parallelnutzern die Hauptaufmerksamkeit tendenziell häufiger dem Fernsehen gilt. So sehen 17 Prozent der Onliner täglich hauptsächlich fern und sind nebenbei im Internet, während die umgekehrte Situation bei 10 Prozent der Onliner täglich vorkommt. 

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Wolfgang Koch/Christian Schröter
Audio, Musik und Radio bei Onlinern im Aufwind
Ergebnisse der ARD/ZDF-Onlinestudie 2015

Audio, Radio und Streaming gewinnen bei der Nutzung über das Internet an Bedeutung. Ein Indikator hierfür ist die Steigerung des sogenannten Audio-Nettowerts, in dem alle Audio-Nutzungsformen zu einem gemeinsamen Nutzungswert verrechnet werden. Der Audio-Nettowert lag ab 2009 zwischen 51 und 54 Prozent, das heißt, gut die Hälfte aller Onlinenutzer hatte zumindest gelegentlich mit einer Audioanwendung im Netz Kontakt. Von 2014 auf 2015 hat der Nettowert um 6 Prozentpunkte hinzugewonnen und liegt nun bei 60 Prozent, dem höchsten Wert, den die Audionutzung online in der ARD/ZDF-Onlinestudie bisher erzielt hat.

Zu diesem Wert tragen unterschiedliche Anwendungen und Funktionen bei: das Hören von Musikdateien über das Internet (2015: 31 % gelegentliche Nutzung), das Live-Hören von Radioprogrammen (28 %), das Musikstreaming (15 %), die zeitversetzte Variante der Audionutzung von Radiosendungen (15 %), Audiopodcasts (13 %) sowie Musikportale (10 %).

Besonders für die jüngeren Onlinenutzer besitzen die Audioangebote im Internet einen hohen Stellenwert. Bezogen auf die Nutzungsfrequenz „mindestens einmal in der Woche“ (und damit näher am Alltag der Nutzer als die „gelegentliche“ Nutzung) liegt der Nettowert für die unter 30-Jährigen bei 59 Prozent (2014: 57 %), der wöchentliche Nettowert aller befragten Onliner für Audio liegt demgegenüber nur bei einem Drittel (33 %, 2014: 30 %). Seit 2013 erfährt das Musikstreaming eine starke Dynamik. Anbieter wie Spotify, Deezer, Napster oder Rdio werden mittlerweile von 11 Prozent aller Onliner mindestens einmal pro Woche genutzt. Audio-Podcasts hören sich wöchentlich 4 Prozent aller Onliner an.

Der tägliche Audio-Nettowert liegt in der Gesamtbevölkerung bei 13 Prozent, das heißt, 13 Prozent aller Deutschen ab 14 Jahren hören täglich eines oder mehrere der Audioformate, die in der ARD/ZDF-Onlinestudie zum Audio-Nettowert verrechnet werden. In der jungen Zielgruppe 14 bis 29 Jahre liegt dieser Wert bei 35 Prozent, wobei der Akzent bei den Jüngeren deutlich stärker auf einer selbstbestimmten Musikauswahl liegt. So kommen Musik-Streamingdienste auf 15 Prozent tägliche Nutzung bei den 14- bis 29-Jährigen, eine Steigerung um 6 Prozentpunkte gegenüber dem Jahr 2014.

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