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24. April 2017

ARD/ZDF-Onlinestudie 2016

Auf dieser Seiten finden Sie einen Überblick über die ARD/ZDF-Onlinestudie 2016. Die ausführlichen Artikel finden Sie hier.


Wolfgang Koch/Beate Frees
Dynamische Entwicklung bei mobiler Internetnutzung sowie Audios und Videos
Ergebnisse der ARD/ZDF-Onlinestudie 2016

Die ARD/ZDF-Onlinestudie beschreibt in diesem Jahr so viele dynamische Entwicklungen wie schon lange nicht mehr: So ist die allgemeine Internetnutzung gestiegen, die Unterwegsnutzung, Dienste zur Kommunikation, die Audio- und Videonutzung sowie die Smartphone- und Tabletnutzung. Die Zahl der Onlinenutzerinnen und -nutzer ist auf insgesamt 58 Millionen gestiegen (zumindest seltene Nutzung). Dies entspricht einem Anteil von 83,8 Prozent an der deutschsprachigen Bevölkerung ab 14 Jahren und einem Zuwachs gegenüber 2015 von 3,4 Prozent bzw. 1,9 Millionen Menschen. Kräftige Zuwächse gab es vor allem bei den ab 40-Jährigen.

Die Nutzungsdauer des Internets beträgt in der Gesamtbevölkerung 2016 zum ersten Mal mehr als zwei Stunden täglich (128 Min.; +20 Min. gegenüber 2015). Männer verbringen mit 153 Minuten rund 50 Minuten mehr im und mit dem Internet als Frauen (104 Min.).

Mit einem Zuwachs von 14 Prozentpunkten nutzen nun 66 Prozent der Gesamtbevölkerung das Internet mit einem Smartphone. Auch Laptops haben etwas zugelegt (57 %), der stationäre Computer/PC liegt auf dem dritten Platz (44 %).  Im Mittel werden rund drei verschiedene Geräteklassen zur Internetnutzung eingesetzt. In den beiden jüngeren Altersgruppen sind es jeweils etwa vier Geräte. Nur die ab 70-Jährigen setzen nur durchschnittlich 1,1 Geräte ein. Mobile Geräte führen insgesamt zu einer längeren Internetnutzung. Diejenigen, die auf das Internet mit mobilen Geräten, wie beispielsweise Smartphones oder Tablets, zugreifen, sind mit 82 Prozent täglicher Internetnutzung intensiver im Netz als die Gesamtbevölkerung mit 65 Prozent.

Die meiste Zeit (55 Minuten oder 39 % der Nutzungszeit täglich) wird im Internet weiterhin mit der Kommunikation per E-Mail, Chat oder in Apps verbracht. Auch die regelmäßige Nutzung von Onlinecommunitys, allen voran Facebook, hat von 34 auf 40 Prozent zugelegt (mindestens wöchentlich genutzt); die Zunahme erfolgte vor allem bei der jüngeren und der mittleren Altersgruppe. Bereits auf hohem Nutzungsniveau erzielten im Vergleich zum Vorjahr Audios und Videos sowie Messenger-Dienste noch einmal zweistellige Zuwachsraten.

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Christian Schröter
Audionutzung im Kontext ausdifferenzierter Onlineangebote
Ergebnisse der ARD/ZDF-Onlinestudie 2016

Die Rahmenbedingungen, um Audioinhalte im Internet zu nutzen, haben sich 2016 durch Zuwächse bei der Internetnutzung generell, bei der Ausstattung mit mobilen Geräten und einen Ausbau unterstützender Technologien, wie Apps, weiter verbessert. Der positive Entwicklungstrend beider Nutzung von Audio, Radio und Streaming im Internet setzt sich deshalb 2016 fort. Gemessen am Audio-Nettowert, der verschiedene Audio-Nutzungsformen zu einem gemeinsamen Nutzungswert verrechnet, hatten 2016 rund 64 Prozent aller Onliner mit Audioanwendungen im Netz zumindest selten Kontakt – eine erneute Steigerung von 4 Prozentpunkten gegenüber dem Spitzenwert von 2015.

Beigetragen hat zu diesem Wert die nahezu durchgängig positive Entwicklung bei der Nutzung verschiedener Audioanwendungen: das Hören von Musikdateien über das Internet (2016: 40 % gelegentliche Nutzung), das Live-Hören von Radioprogrammen (29 %), Musikstreaming (19 %), die zeitversetzte Variante der Audionutzung von Radiosendungen(16 %), Audiopodcasts (13 %), Musikportale (15 %) sowie Hörbücher/-spiele hören(12 %). Die größten Zuwächse wurden beim Zugriff auf Musikdateien, Musikportale und Streamingdienste beobachtet. Neu erfasst wurde die Nutzung von Audioangeboten auf YouTube sowie von Musikerkennungsdiensten, deren Bedeutung für den Audiomarkt mit Nutzungswerten von 54 Prozent (YouTube) bzw. 21 Prozent (Musikerkennungsdienste) eindrucksvoll unterstrichen wurde.

Einen besonders hohen Stellenwert besitzen die Audioangebote im Internet für jüngere Onlinenutzer. Sie nutzen jede Form von Audioangeboten im Internet in überdurchschnittlichem Umfang. Ganz besonders gilt dies für Angebote, die eine selbstbestimmte Musikauswahl entsprechend den eigenen Neigungen ermöglichen: das Anhören von Musikdateien, Streamingdienste, Musikportale und Musikerkennungsdienste. Gemessen an einer stärker habitualisierten wöchentlichen Nutzungsfrequenz haben knapp zwei Drittel der jungen Onliner Kontakt zu YouTube im Vergleich zu gut einem Viertel aller Onliner.

Das Internet als Verbreitungsweg für Audio und Radioinhalte gewinnt damit 2016 erneut an Bedeutung und etabliert sich zunehmend als komplementärer Ausspielungsweg.

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Thomas Kupferschmitt
Online-Videoreichweite steigt bei weiter geringer Nutzungsdauer
Ergebnisse der ARD/ZDF-Onlinestudie 2016

Im Jahr 2016 hat sich der Nutzerkreis von Online-Bewegtbild abermals deutlich erweitert. 72 Prozent der Bevölkerung (50,1 Millionen Personen) nutzen zumindest gelegentlich bewegte Bilder imInternet; gegenüber dem Vorjahr ist dieser Anteil um 7 Prozentpunkte gewachsen. Habitualisierte Nutzung von Onlinevideos gehört bei den meisten Menschen noch nicht zum Alltag, aber immerhin26 Prozent der ab 14-Jährigen (17,9 Mio Personen) in Deutschland sehen täglich bewegte Bilder im Internet (+6 %-Punkte).

Die zumindest seltene Videonutzung hat auf fast allen Plattformen und bei fast allen Inhalten zugenommen – angeführt von den Videoportalen wie YouTube über Fernsehen im Internet (live oderzeitversetzt) und Videos bei Facebook bis hin zukostenpflichtigen Videostreaming-Diensten. Bei der Nutzungsdauer tun sich Videos im Netz hingegen weiterhin schwer, auch in den jüngsten Altersgruppen. Für die Bevölkerung ab 14 Jahren liegt die Sehdauer für Onlinevideo 2016 bei 11 Minuten, das sind 4 Minuten weniger als 2014. In Zeiten, in denen Smartphones, Tablets und auch viele Fernseher ständig mit dem Internet verbunden sind, wird es für die Befragten aber möglicherweise schwieriger zu beurteilen, ob eine Bewegtbildnutzungüber das Internet oder über klassische Verbreitungswegestattfand. Daher ist geplant, die Erhebung der Nutzungsdauer im kommenden Jahr umzustellen.

Die kostenpflichtigen Videostreaming-Dienste konnten ihre Reichweite steigern, liegen aber deutlich hinter den kostenlosen Angeboten der klassischenTV-Anbieter. Dabei gelingt es Amazon Prime, sich in Deutschland vor Netflix zu positionieren.

Die zunehmende Verbreitung von Smartphone und Tablet führt unter anderem dazu, dass Fernsehen und Internet von immer mehr Menschen parallel genutzt werden. Trotzdem ist die routinierte,tägliche Parallelnutzung kaum gestiegen und ist, mit Ausnahme bei den 14- bis 29-Jährigen, weiterhin nicht die Regel. Werden Internet und Fernsehen parallel genutzt, sieht eine Mehrheit in allen Altersgruppen weiterhin das Fernsehen als Hauptbeschäftigung an. Wachstum zeigt sich hier ausgerechnet bei den 14- bis 29-Jährigen, die sich deutlich häufiger als im Vorjahr online über laufende Sendungen unterhalten.

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