Bewegtbildnutzung 2019

von Andreas Egger und Heinz Gerhard

Der Bewegtbildmarkt in Deutschland ist in Bewegung. Während das lange Zeit nur für die Angebotsseite galt und die Nachfrageseite im internationalen Vergleich relativ stabil war, ist nun auch bei der Nutzung eine stärkere Dynamik zu verzeichnen. Das facht die Nachfrage nach Bewegtbild insgesamt an. An einem Durchschnittstag haben mittlerweile 86 Prozent der ab 14-Jährigen Kontakt mit Videoinhalten und verbringen etwa 202 Minuten damit. Bei den Jüngeren schlägt sich dies vor allem in höheren Tagesreichweiten nieder, bei den Älteren in höheren Nutzungsdauern auch für lineares Fernsehen, aber vor allem in einer langsamen, aber stetigen Verbreiterung der Nutzungsrepertoires.

Das Bewegtbildangebot mit der stärksten und über alle Generationen ausgewogensten Verbreitung bleibt mit Abstand das lineare Fernsehen. 92 Prozent der Bevölkerung und nur unwesentlich geringere Anteile beim Publikum unter 50 Jahren schalten wöchentlich ins laufende Programm ein. Immer wichtiger werden bei den Jüngeren die digitalen Ausspielwege. Bei den 14- bis 29-Jährigen nutzen bereits regelmäßig mehr Menschen Fernsehsendungen online als über den „klassischen“ Verbreitungsweg -- mit einem Wachstumspfad durchaus auch für die Mediatheken, auch wenn diese im Schatten der aufstrebenden Streamingdienste, allen voran Netflix, stehen. Diese Entwicklung bestätigt die Notwendigkeit für die etablierten heimischen Bewegtbildanbieter, jungen Zielgruppen auf den Plattformen „abzuholen“, auf denen sie sich ohnehin bewegen.

Zentrales Motiv gleichermaßen für die Nutzung der Mediatheken und der Streamingangebote ist die zeitliche Unabhängigkeit der Nutzung, vor der Attraktivität des Angebots. Für Jüngere ist zudem die Möglichkeit mehrere Folgen am Stück zu sehen (Binge Watching) besonders relevant. Dabei werden die Gründe für die Nutzung der verschiedenen Angebote von Streamingplattformen, Sender-Mediatheken und YouTube durchaus differenziert.

Bei der Bewertung der Angebote zeigt sich eine auffallend hohe Zufriedenheit mit den Mediatheken sowie den Streamingangeboten. Mindestens 90 Prozent der Nutzer bewerten Netflix und Amazon Prime Video sowie die Online-Videoangebote des ZDF und der ARD mit „sehr gut“ oder „gut“.


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