Bewegtbildmarkt in Bewegung: Videonutzung habitualisiert sich in mittlerer Altersgruppe

Zusammenfassung des Artikels

Von Natalie Beisch, Andreas Egger und Carmen Schäfer

Der Bewegtbild-Boom der letzten Jahre setzt sich 2021 weiter fort. Egal auf welchem Weg: Alle Personen ab 14 Jahren in Deutschland nutzen Video-Content mindestens selten, und auch die regelmäßige (d.h. mindestens wöchentliche) Nutzung liegt nahe an der Vollausschöpfung der Bevölkerung. Die Tagesreichweite steigt auf 89 Prozent, und die tägliche Nutzungsdauer im Zeitfenster von 5 bis 24 Uhr liegt mit 3 Stunden und 42 Minuten knapp eine halbe Stunde höher als vor vier Jahren.

Offensichtlich ist die Corona-Pandemie ein Treiber für den Wachstumsschub. Die verringerten Möglichkeiten der Freizeitgestaltung und das starke Bedürfnis nach Information wie auch nach Ablenkung ließen die Reichweiten vor allem in der abendlichen Primetime weiter steigen. Corona verstärkte dabei länger laufende Entwicklungslinien -- speziell den rasanten Aufstieg der Streamingdienste -- und stabilisierte gleichzeitig die zuvor gesunkene lineare Fernsehnutzung. Beide Entwicklungen zeigen sich insbesondere bei den 30- bis 49-Jährigen, die 2021 das Wachstum am stärksten antreiben.

Das lineare Fernsehen bleibt in der Gesamtbevölkerung die mit Abstand reichweitenstärkste und zeitlich am intensivsten genutzte Bewegtbildanwendung. Parallel dazu legt der zeitsouveräne Zugriff auf Fernsehinhalte im Netz spürbar zu. Dagegen setzt sich im Nutzungsalltag der unter 30-Jährigen 2021 der Bedeutungsverlust des linearen Fernsehens fort, und bei den 30- bis 49-Jährigen betrifft die starke Ausweitung der täglichen Sehdauer im Wesentlichen die Streamingdienste. Die ab 50-Jährigen bleiben treue Fernsehzuschauer, die ihre Nutzungsmuster jedoch partiell erweitern. Davon profitieren die Fernsehsender doppelt, da Mediatheken hier die entscheidende Rolle spielen. Somit können in den mittleren Altersgruppen zwischen 30 und 69 Jahren neben den Streamingdiensten auch die Mediatheken der Fernsehsender ihre Stellung deutlich ausbauen, wobei die Angebote von ARD und ZDF weiterhin die mit Abstand wichtigsten Anlaufstellen bleiben und mit weitem Abstand vor den Videoangeboten der Privatsender liegen.

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